«Man braucht Geduld und Fokus» Architekt Jonas Vanbelle im Interview
Das Rubenshuis in Antwerpen war einst das Wohnhaus des Barockmalers Peter Paul Rubens. Das Areal wird derzeit erneuert. Das neue Eingangsgebäude wurde vom renommierten Büro Robbrecht en Daem architecten entworfen. Architekt Jonas Vanbelle erzählt, wie der Spagat zwischen Alt und Neu gelingt.

Alt trifft neu – ein grosses Thema im Rubenshuis in Antwerpen. Wie gingen Sie das an?
Wir wollten ein Gebäude entwerfen, das sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern sich bescheiden ins Areal einfügt. Es sollte den wichtigsten Linien, die sich aus dem Garten und den umliegenden Gebäuden ergeben, nicht in den Weg kommen.
Wer mit historischen Bauwerken arbeitet, wird üblicherweise mit starken Einschränkungen konfrontiert. Wie lief es in diesem Fall?
Ein Neubau mitten im historischen Areal, in dem sich das einstige Wohnhaus von Peter Paul Rubens befindet, war ein mutiges Vorhaben. Deshalb ging diesem Projekt ein sehr langer Prozess mit dem Denkmalschutz voraus. Zunächst wollte dieser kein neues Gebäude haben. Doch dann fanden wir einen Weg: Wir mussten das Gebäude etwas verkleinern und einen Teil der Fassade nach hinten versetzen. Zudem verlangte der Denkmalschutz die Neugestaltung des Gartens – das half jedoch dem Gesamtprojekt. Solche Prozesse brauchen Zeit. Das beginnt mit der umfassenden Recherche zum Gebäude und den Bedürfnissen der Stakeholder. Dann entsteht ein Dialog. So funktioniert Bauen heute: Zunächst muss man alle an den Tisch holen.
Wie bringt man den historischen Kontext mit den modernen Nachhaltigkeitsanforderungen zusammen?
Wir bauen aus Überzeugung langlebige Gebäude, die sich über die Zeit den Bedürfnissen der Gesellschaft anpassen können. Das ist auch eine Art von Nachhaltigkeit. Unsere Generation soll alten Gebäuden eine neue Destination geben, anstatt alles abzureissen und neu zu bauen.
Ein Nachhaltigkeitsaspekt im Rubenshuis ist auch das Wassersparen.
Ein Beispiel: Das Regenwasser der Dächer wird in Speichern unter dem Garten gesammelt. Wir bewässern den Garten damit, nutzen das Regenwasser aber auch zum Spülen der WCs.
Das heisst, auch Geberit Produkte tragen zum Wassersparen bei?
Indirekt ja. Wir können bei öffentlichen Gebäuden wie dem Rubenshuis allerdings keine Marken auswählen. Wir hielten deshalb im Projektbeschrieb fest, wodurch sich die Produkte auszeichnen sollten – im Design, aber auch in anderen Aspekten. Langlebigkeit war uns wichtig. Dieses Gebäude wird pro Jahr von 220'000 Besucherinnen und Besuchern frequentiert, die Sanitäranlagen müssen etwas aushalten. Zudem wollten wir ein Design, das auch in Jahren noch modern aussieht. Geberit Produkte sind sowohl langlebig als auch zeitlos.

Man stellt sich den Architekten eigentlich mehr als Entscheidungsträger vor …
Das war früher der Fall. Heute ist man ein Team mit verschiedenen Expertisen. Wir sprechen miteinander. Und aus all den Gesprächen entsteht das Design. Als Architekt bin ich mehr Projektkoordinator.
Ist das nicht der Tod der Kreativität?
Ja, manchmal. Doch auch in der neuen Arbeitsweise steckt Kreativität – beim Finden von Lösungen etwa. Das bedeutet nicht immer Kompromisse. Einer der Gründer unseres Büros, Paul Robbrecht, sagt immer: Du brauchst Geduld und musst den Fokus behalten. Manchmal fragten wir uns: Wäre Peter Paul Rubens mit dem Gebäude einverstanden?
Und, wäre er?
Der Direktor des Museums sagt: Rubens war nie zufrieden. Wir würden seine Anregungen auf jeden Fall dankbar entgegennehmen.



Mehr über das Rubenshuis |
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Das Rubenshuis in Antwerpen war einst Wohnhaus und Atelier des Barockmalers Peter Paul Rubens. Das über 400-jährige Gebäude und der Garten sind bis heute erhalten. Mit dem neuen Eingangsgebäude haben Robbrecht en Daem architecten eine bescheidene und doch auffällige Verbindung zwischen dem Garten und den alten Gebäuden entworfen. Robbrecht en Daem architecten realisieren seit 50 Jahren europaweit Projekte von Architektur und Infrastruktur über Innendesign bis hin zu Landschaftsgestaltung. Jonas Vanbelle, letzter Schüler von Büro-Gründer Paul Robbrecht, war als Teil des Architektenteams mitverantwortlich für das erste Rubenshuis-Projekt. |
Fakten
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