Perspektivenwechsel

Installieren in einer anderen Welt

Seit 2010 unterstützt Geberit die Schweizer Hilfsorganisation Helvetas in ihrem Handeln für eine bessere Welt. Gemeinsam lancieren sie nun das Projekt Perspektivenwechsel, in dem Installateure erfahren, was Helvetas - auch dank der Unterstützung durch Geberit - beispielsweise in Nepal bewirkt.


Der „Perspektivenwechsel“ ermöglicht zwei Schweizer Sanitärinstallateuren während zehn Tagen den Alltag eines nepalesischen Installateurs hautnah mitzuerleben. Sie begleiten ihre Berufskollegen in Nepal bei der Arbeit und packen auf der Baustelle auch selber mit an. Sie verbringen ein paar Nächte in den Familien ihrer Gastgeber und erhalten tiefe Einblicke in die fremde Kultur.


Einen zentralen Aspekt stellt der Besuch eines Ausbildungszentrums innerhalb des Helvetas Employment Fund dar. Mit dem Erleben der nepalesischen Berufsschule und einem Besuch des Heimatdorfes der Gastgeber, festigt sich das Verständnis dafür, wie ihre Gastgeber dank Helvetas und schlussendlich auch dank der Unterstützung durch Geberit den Einstieg ins Berufsleben geschafft haben.

2016 fand die Pilotreise des Perspektivenwechsels statt. Adrian Brühwiler und Armin Kellenberger, zwei Installateure der Brühwiler Sanitär AG aus Oberwangen TG, reisten für eine Woche nach Nepal und kehrten mit zahlreichen Eindrücken zurück.


In der Hauptstadt Kathmandu waren sie zu Gast bei den beiden nepalesischen Sanitärinstallateuren Padam Sunuwar und Bhu Bikram Angdembe. Padam führt einen kleinen Installationsbetrieb. Die Grundlagen seines Handwerks hat er an zwei mehrwöchigen Kursen innerhalb des Helvetas Employment Fund gelernt. Bhu Bikram wird von ihm „on the job“ angelernt.


Padam lebt mit seiner Frau und Tochter in einer Zweizimmerwohnung. Die beiden Schweizer bekommen das Schlafzimmer mit zwei Betten. Die Familie schläft derweil im anderen Zimmer. In einer Ecke wird dort auch gekocht.

Mittags und abends gibt es Dal Bhat – Linsensuppe mit Reis und Gemüsecurry. Das Essen wird zuerst den Gästen in ihrem Zimmer serviert, erst danach isst die Familie – im anderen Raum. Für Adrian und Armin gewöhnungsbedürftig.


Die Baustelle liegt 20 Minuten ausserhalb von Kathmandu. „Bei uns hat jeder Sanitär sein Fahrzeug mit allem, was er braucht – hier gehen sie mit dem ÖV auf die Baustelle“, staunt Armin, als er sich in den vollen Bus zwängt. Sein nepalesischer Kollege Bhu Bikram hat die Werkzeuge in einen Rucksack gesteckt. Alles dabei – Abfahrt! Aus den Lautsprechern dröhnt während der Fahrt fröhliche nepalesische Popmusik.

Auf der Baustelle angekommen, wird schnell klar, dass Flexibilität gefragt ist: „Es ist viel weniger koordiniert als in der Schweiz. Erst vor Ort wird klar, welche Arbeiten heute ausgeführt werden können“, beschreibt Adrian seine Eindrücke. Der Bauherr selber beschafft die Materialien, und das nicht immer rechtzeitig.


Gemeinsam verlegen die Sanitäre die Leitungen, die frisches Wasser in den Tank auf dem Dach bringen. Da in der Region Kathmandu selten Schnee fällt, müssen sie nicht isoliert werden. „Es ist sehr effizient, die Leitungen einfach entlang der Aussenmauer laufen zu lassen“, meint Adrian.

Vom Tank führen die Leitungen wieder hinunter ins Haus, zu Küche, Bad und Toiletten. „Sie setzen überall Leitungen ein, die so gross sind wie bei uns die Zuleitung zu einem Einfamilienhaus. Deshalb gibt es auch fast keinen Druck bei den Wasserhähnen“, fasst Armin zusammen.

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